Jahresausflug

Lätitia Kaufmannsgilde Stuttgart e.V.

Ausflug der Seniorensportler am 20./21. September 2011

nach Füssen, Hohenschwangau, Steingaden, Murnau, Benediktbeuren

 „Grüß´Gott im Land der Bayern“ unter dem Motto: „Das Blaue Band in Ostbayern“!

Warum? Rund um den Staffelsee zählt es zu den schönsten Regionen Ostbayerns. Es sind die intensiven Farben und Lichtstimmungen über den Seen, Mooren, Wäldern und Bergen, die Maler und Fotografen zu jeder Tages- und Nachtzeit zu herrlichen Bildern inspirieren.

 

Hurra, der Ausflug der Seniorensportler in diesem Jahr war wieder ein Erfolg.

In aller Herrgottsfrühe machten sich 14 Senioren auf, um sich um 8 Uhr beim „Kleinen Stuttgarter“ in Botnang zu treffen; alle ausgeschlafen und guter Dinge.

Pünktlich ging die Fahrt nach Neuhausen, um die restlichen drei Paare aufzunehmen, die sich  bei Roland wegen des kürzeren Anfahrtsweges eingefunden hatten. Los ging die Reise mit unserem altbewährten Busfahrer, Herrn Ländle, nach Füssen. Geplant war ein erster Halt in Kempten. Starkes Verkehrsaufkommen brachte unseren Zeitplan durcheinander. So  entschlossen wir uns -um keine Hektik aufkommen zu lassen-  auf die Besichtigung der Kemptener Altstadt zu verzichten. Bei der Autobahnraststätte „Illertal“ fanden wir eine passende Stelle, um unsere  obligatorische Frühstückspause  einzulegen. Verwöhnt von „Neuhauser Butterbrezeln“ (der beste Brezelbäcker im ganzen Einzugsbereich Stuttgarts -  Originalton Roland und Margret) und dem Prosecco unserer Italienkenner Hanna und Werner (Originalton: der beste Prosecco Norditaliens) konnten wir mindestens eine halbe Stunde genüsslich unseren Gaumenfreuden frönen. Es ist schon erfreulich, solche großzügigen „Sponsoren“ in unserer Gemeinschaft zu wissen. Dieser Kurzaufenthalt wurde zudem ausgiebig als „PP„ genutzt.

Ab ging danach die Weiterreise nach Füssen, dem nicht nur beliebten Luftkurort und Wintersportplatz, sondern auch dem Endpunkt der Romantischen Strasse. Durch den gemütlichen Stadtbummel  (Stiftskirche St.Mang, mit Krypta, St. Annakapelle/Totentanz, Hohes Schloss, Reichenstraße, Spitalkirche bei der Lechbrücke) holten wir uns richtig Appetit. Im Restaurant „Zum Hechten“ in der Fußgängerzone war von ispa auf der Vorreise ein amüsant ausgestattetes Nebenzimmer reserviert worden. Das vorbestellte Mittagessen war sehr lecker und wurde zügig serviert. So konnten wir uns anschließend auf die Besichtigung des Schlosses Neuschwanstein freuen. Der Bus brachte uns nach Hohenschwangau zu dem stark frequentierten Busparkplatz. Herr Ländle und ispa sorgten am i-Punkt für die telefonisch vorbestellten Eintrittskarten, die ca. eine Stunde vorher abgeholt werden mussten. Dann begann wegen des enormen Andrangs der Freizeitstress. Die wenigen Pferdekutschen waren auf nicht absehbare Zeit ausgebucht. Also kam es zum „Run“ auf den  Zubringer-Shuttlebus. Die meisten von uns stellten sich brav in die Warteschlange. Alles lief dann doch relativ schnell ab. Einige von uns zogen es vor, zu Fuß den steilen Anstieg zu bewältigen. Der Shuttle-Bus (mit fast 90% Japanern saßen oder standen wir wie in einer Heringsdose zusammengepfercht und wurden durch viele Kurven wie auf der Achterbahn hin und her geschaukelt) hielt aber nicht  -wie ursprünglich von uns vermutet-  am endgültigen Ziel, sondern von der Endhaltestelle des Busses aus lagen bis zum Schloss mindestens noch 15 Minuten steilen Gehwegs vor uns. „Mei liaba“! Wer läuft weiter, wer bleibt, wer packt´s, war jetzt die Frage? Zwei Spinalkanalstenosegeschädigte (Rückengeschädigte) mussten sich auch die Steilhänge hinauf quälen. Diese „Spinatkanal-Stenoseure“  -wie sich ein „Betroffener“ ausdrückte- hielten tapfer durch nach dem Wahlspruch: “Ein Indianer kennt keinen Schmerz“.

Eine Vorhut unserer schlauen Sportlersenioren wurde durch die Masse der Japaner an einer Wegkreuzung  auf eine falsche Fährte gelockt. Alle sind dieser gutgläubig gefolgt bis man auf einer Fußgänger-Schwebebrücke über eine tiefe Schlucht -übrigens mit einem wunderschönen Blick auf das vis-á-vis gelegene Königsschloss-  feststellen musste, dass man an besagter Kreuzung auf die List fast hunderter Japaner hereingefallen ist. Trotzdem: der Umweg hat sich wegen des einmaligen Blicks gelohnt. Jetzt also hieß es:  „kehrt Marsch“ zurück zu der Abbiegung in Richtung Königsschloss den nachfolgenden langsameren Lätitia-„Krakslern“ (bayrisch - zu deutsch: Kletterern) entgegen. Der Zeitdruck beschleunigte das Gehtempo, denn bis zur  Führung vor Ort um 16.35 Uhr blieb uns nur noch wenig Zeit. Schnaufend und mit heraushängender Zunge erreichten wir den Schlosshof voller Menschen und wieder im besonderen Japaner. Von uns fehlten noch einige. Ispa rannte voller Aufregung vor und zurück. „Wo sind alle meine Schäfchen“? Schließlich traf auch der Rest ein - wir waren alle 20 wieder komplett!

 Die Führung dauerte ca. 30 Minuten, in der wir alle Schlossräume durchquerten, die zur Besichtigung restauriert waren: Schlafzimmer, Ballsaal, Grotte mit Ausblick auf die herrliche Umgebung, Küche. Insgesamt sind von 16 Räumen nur einige zur Besichtigung freigegeben. Ein einmalige Erinnerung an Ludwig II, den „Bayernkini“.

Kurz zur Geschichte: 1836 ließ Kronprinz Maximilian von Bayern die verfallene Burg im neugotischen Stil als Schloss wieder aufbauen. Dieses entstand aus der mittelalterlichen, wehrhaften Burganlage von Herzog Ludwig v. Bayern aus dem 13. und 14.Jht. Später von  1869 bis 1886 wurde anstelle der  Ruinen der mittelalterlichen Burg das jetzige Schloss Neuschwanstein von den Untertanen Ludwigs II. erneut aufgebaut.

Nach Beendigung der Führung entschied sich ein mutiger Teil unserer Gruppe, den kürzeren aber steileren Waldweg zu benutzen, andere dagegen folgten der Fahrstraße bis zum Busparkplatz in Hohenschwangau. Die Pferdekutschen waren wieder alle für andere Gäste vorbestellt. Trotz verlockender Trinkgeldangebote ließen die Kutscher sich nicht „bestechen“.

Für die zwei „leidenden Spinalkanalstenoseure“ sah alles nach einem quälenden Rückweg zu Fuß aus. Einer unserer mutigen Seniorinnen (die Frau unseres Seniorensportleiters) gelang es mit ausgebreiteten Armen mitten auf der Abfahrtsstrasse geradezu unter Einsatz ihres Lebens einen VW-Golf anzuhalten. Die junge, sehr hübsche Fahrerin, öffnete sofort die Fondtüren als sie zwei attraktive -leider etwas übergewichtige Männer-  sah und erklärte sich bereit, die beiden „Jungsenioren“ zum Busparkplatz zu chauffieren. Der Betuchtere  der beiden „Gehschwachen“ ließ es sich nicht nehmen, die Bayerin mit tiefausgeschnittenem Dekolletee angemessen zu entlohnen.

Nachdem die Suche nach zwei/drei Fehlenden erfolgreich abgeschlossen war, konnte die geplante Fahrt zu unserem nächsten Ziel - die Wieskirche in Steingaden im Pfaffenwinkel - fortgesetzt werden.

Ein kurzer Spaziergang hinauf zu der herrlichen Wallfahrtskirche „Zum gegeißelten Heiland in der Wies“ (UNESCO-Kulturerbe) vor den Ammergauer Bergen bescherte uns  noch ein highlight – das schönste Rokokojuwel Süddeutschlands.

Jetzt konnte  Murnau  angepeilt werden. Müde von den Tagesstrapazen  erreichten wir das Hotel Ludwig am Seidlpark gegen 19.30 Uhr. Für eine große „Toilette“ blieb nicht sehr viel Zeit, um halbwegs pünktlich zum Abendessen zu erscheinen. Das Hotel lag übrigens sehr ruhig, die Zimmer alle gleich schön. Für uns war eine Ecke des Restaurants reserviert. Wir fanden an eingedeckten Sechser-Tischen nebeneinander Platz. Durch den plötzlichen Tod der Hotelbesitzerin, mit der ispa Wochen vorher sprach, gab es wegen des Menüangebots mit dem Servicepersonal ein wenig Ärger oder besser kleine Missverständnisse. Anstatt drei verschiedener Essensvorschläge hatten wir nur zwei zur Auswahl und auch nicht so wie vorher abgesprochen. Alles in allem verbrachten wir trotzdem einen gemütlichen und harmonischen Abend miteinander.

In Anbetracht eines strapaziösen, langen, erlebnisreichen Tages, der hinter uns lag, breitete sich eine gewisse  Müdigkeit aus. Die „Bettzipfel winkten“ etwas früher als sonst.

Ein neuer Tag – neue Erlebnisse! Nach dem Frühstück wurde das Gepäck im Bus verstaut. Dieser brachte uns zum „Gabriele-Münter-Haus“, das sog. „Russenhaus“. In einem

am Hang gelegenen Grundstück mit wunderschönem Garten und vielen bunten Blumen sowie  zahlreichen Bäumen, empfing uns  bei herrlichem Sommerwetter eine nette Murnauerin, die uns mit einer 11/2stündigen Führung vielfältige Dinge über die Bewohner und deren Leben erzählte.  Es machte Spaß, ihren Ausführungen zu lauschen.  Begeistert zeigte sie uns  die vielen Wohn- und Arbeitsräume im Inneren des blaubemalten Hauses der Künstlerin

Gabriele Münter und ihres Freundes Wassily Kandinski  ((Die Blauen Reiter). Sie lebten und malten dort in den Sommermonaten von 1909 bis 1914 zusammen und hatten viele weitere Künstler des deutschen Expressionismus zu Gast. Das Interieur und viele ihrer Bilder konnten wir bestaunen und uns über interessante Erzählungen von Frau Bross amüsieren.

An diesem Tag erlebten wir: „100 Jahre Blaue Reiter“ und den „125. Todestag von

König Ludwig II. im Jahr 2011“ – und wir waren dabei!

Von Kunst allein kann man nicht leben. Also machten wir uns zu Fuß durch das Altstadtzentrum Murnau auf zur Brauereigaststätte „Griesbräu“ zum Mittagessen. Hier nahmen wir an den vorbestellten Tischen Platz und wurden von einer netten bayerischen Bedienung mit guten Schmankerln aus der Küche verwöhnt.

Gut gestärkt bummelten wir anschließend durch das Städtchen Murnau, das auf einem Höhenrücken zwischen dem Murnauer Moos und den drei Seen Staffel-, Rieg- und Froschsee liegt, vor der großartigen Kulisse des Ammer- und Estergebirges.

Unser „Kleiner Stuttgarter“ nahm uns später wieder in Empfang, um den letzten Besichtigungspunkt, Benediktbeuren , anzusteuern. Unterhalb der Benediktinerwand

(1801 m hoch) steht  malerisch das Kloster, das älteste Oberbayerns. Die 2-türmige Klosterkirche St. Benedikt ist in den Formen des italienischen Barocks errichtet (Basilika, Anastasia-Kapelle). Bevor wir uns in den weiten Klosterhof begaben, holten wir Tisch und Stühlchen für die „Fußkranken“ aus dem Bus, um uns an dem von Ellen und Fritz gespendeten besonderen Sekt zu laben. Dazu wurde auch noch feines Gebäck gereicht – eine fast nicht mehr wegzudenkende Tradition. In froher Runde standen bzw. saßen wir bei strahlendem Sonnenschein im Grünen beim Anblick des Klosters.

Ein Rundgang führte uns in der Anlage durch die Basilika, den Kräutergarten, den Friedhof und wie nicht anders zu erwarten schließlich in das „Klosterstüberl“ mit Biergarten. Wer kann da schon achtlos dran vorübergehen? Bei Bier, Eis, Kaffee mit Kuchen verbrachten wir vor der Heimfahrt noch ein „Quasselstündchen“.

Gegen 16 Uhr starteten wir dann in Richtung  Stuttgart. Auf der Rückreise trug uns ispa noch zwei lustige Gedichte vor. Fröhliche Geschichten und Witze von Werner, Manfred und Wolfgang  brachten die teilweise müden Senioren weiterhin zum Lachen. Die Überraschung war vollkommen als ein leises Papierknistern von hinten zu hören war. Von Sitzbank zu Sitzbank reichte Sigrun eine Pralinenschachtel  mit tollem Inhalt durch. Ein vorne Sitzender, etwas schwerhöriger Senior, konnte nicht umhin, unbeobachtet gleich drei Pralinen für die zu erwartende lange Rückfahrt zu organisieren.

Allen Spendern sei bei dieser Gelegenheit herzlich  gedankt!

Am frühen Abend kamen wir in Neuhausen bzw. Stuttgart-Botnang wieder wohlgenährt und guter Dinge an. Ispa bedankte sich vorher noch bei Herrn Ländle für seine meisterliche und umsichtige Fahrweise und überreichte ihm einen Umschlag mit gesammeltem Geld-Inhalt.  

Wir verabschiedeten uns in Neuhausen und Botnang voneinander und wünschten uns gegenseitig einen unfallfreien Nachhauseweg. 

Nach zwei erlebnisreichen Tagen, die vielleicht manchmal etwas stressig verliefen, aber sicherlich auch viel Schönes beinhalteten, verabschiedete sich mit einem bayerischen

„Pfüat Eich Gott“                                                                                                                    ispa