„Wohler * Gehen & Neue Lebensqualitäten entdecken!“ – dies ist die Devise des traditionellen Familienbetriebes ERDEM. Um diese Orthopädie-Schuhtechnik näher kennen zu lernen, hat unser Gildenachricht Inserent Herr Adnan Erdem für Samstag-Nachmittag 30. Januar zu einer Betriebsbesichtigung eingeladen.
Erster Gildevorstand Roland Fröhlich konnte trotz des winterlichen Wetters 22 stark interessierte Besucher begrüßen und dankte dem Hausherrn und seiner Frau schon mal im Voraus für die Führung. Herr Erdem dankte seinerseits den Besuchern für ihr Kommen, „er wolle uns einen Einblick erbringen in die Werkstätten, wie wir die Handwerkskunst ausführen und ausüben, die leider immer mehr im Aussterben ist, weil in der heutigen Zeit in der jetzigen Gesellschaft viele Fertigprodukte eingesetzt werden.“ Zu den vielen ausgesuchten Schuhen im Verkaufsraum vermerkte er: „wir leben nicht vom Verkauf, sondern von den Problemen der Kunden und Patienten, die uns immer wieder begegnen.“ Schon sein Vater war Schuhmachermeister in der Türkei. Bei einem Orthopädiemeister lernte Herr Erdem von Grund auf das Handwerk und besteht mit 26 Jahren die Meisterprüfung. Er ist 1972 nach Deutschland gekommen, hat sich 1990 selbstständig gemacht und eröffnete seine erste Werkstatt mit Ladengeschäft in der Epplestraße 50 in Stuttgart-Degerloch. Seit 2000 führt er in der Epplestraße 35 den heutigen modern ausgestatteten Familienbetrieb mit insgesamt 350 qm Grundfläche. Die Einrichtung wurde so gestaltet, dass es zwischen Werkstatt und Verkaufsraum nur wenige Wege zu gehen sind, außerdem musste er sein Personal stets neu einlernen, da Fachkräfte nicht mehr zu bekommen sind.
Nach dieser Einführung kamen wir in die Werkstätten. Hier lagern Unmengen von Materialien in Regalen und Schubladen, in Bearbeitung befindliche Spezialschuhe und vor allem jede Menge nach Maß gefertigte „Leisten“! An vielen Beispielen zeigte uns Herr Erdem den Werdegang eines Spezialschuhes, „der mit viel Fachwissen und Erfahrung gefertigt wird, der das normale Gehen wieder ermöglicht und (wie bei Diabetes-Kranken mit Neuropathie) die gefürchteten irreparablen Fußschädigungen verhindert. Viel Sorgfalt, aufwendige Handarbeit und noch mehr Ideen stecken in jedem Schuh: Polsterungen zur individuellen Druckentlastung, ein Fußbett, das stützt, Fehlstellungen ausgleicht oder Muskeln entkrampft, weich federnde Polsterungen, weiche Schaftränder für optimalen Halt. Dazu Hilfsmittel wie Fußeinlagen, Bandagen, Kompressionsstrümpfe.“ Imposant an der gesamten Werkstatteinrichtung waren die vielen Nähmaschinen, Stanzen, Spezialapparate usw.
Der nächste Raum ist für die Beratung eingerichtet. Hier werden die Füße vermessen, fotografiert und eingegipst für die Leistenfertigung. Ein weiterer Raum umfasst die Lagerhaltung von schad- stoffgeprüften und sorgfältig ausgewählten Oberleder in aktuellen Lederfarben, Sohlenleder und Innenfutter. Im Büroraum ist die moderne Organisation mit PC zur sicheren Datenerfassung und Abwicklung untergebracht, damit den Kunden bei allen Fragen schnell und zuverlässig geholfen werden kann.
Zusammenfassend waren alle Besucher überwältigt ob der Fülle an Materialien aller Art, der an die tausend beschrifteten Schubladen und von den hoch interessanten Vor- und Ausführungen unseres Gastgebers Adnan Erdem. Als Abschluss und Krönung wurden wir von Herrn und Frau Erdem noch zu einem kleinen Imbiss eingeladen mit belegten Semmeln, Salzgebäck, Hefekranz, Wein, Bier und Saft, wobei Herr Erdem noch einige Episoden zum Besten gab. Erster Gildevorstand Roland Fröhlich dankte dem Ehepaar Erdem für diesen netten und aufschlussreichen Nachmittag mit einer Flasche ostdeutschem Magenbitter für den Fall, „dass Ihnen etwas Unangenehmes auf den Magen schlägt!“ Zum Andenken erhielt jeder Besucher noch eine Erdem- Geschenktüte mit einer Erdem-Chronik, Schuhlöffel, Poliertücher, Schuhdeodorant und Fußschaumcreme – vielen Dank! L.L.
an Erdem - Orthopädie Schuhtechnik und
